Der Niembaum wird botanisch Azadirachta indica oder synonym Melia azadirachta L. oder Antelaea azadirachta (L.) Adelb. genannt. Gebräuchliche Namen sind zudem Niem oder Neem sowie Margosa oder Nimtree, Indian-lilac. Der Niem gedeiht in tropischem und subtropischem Klima und stammt ursprünglich aus Indien, Burma und Pakistan. Kulturelle Verbreitung findet er heute in asiatischen, afrikanischen, amerikanischen sowie australischem Ländern ebenso auf den Pazifik-Inseln.
Beschreibung
Der Niem ist ein immergrüner Laubbaum, der nur bei sehr großer Trockenheit alle seine Blätter abwirft, um sich vor der kompletten Austrocknung zu schützen. Der Baum, der bis zu 200 Jahre alt werden kann, zeichnet sich durch ein sehr schnelles Wachstum aus. Dabei kann er im Extremfall Höhen von fast 40 Metern erreichen. Die gefiederten Blätter werden 20 – 40 cm lang. Die Blüten sind verhältnismäßig klein (ca. 5mm lang und 10mm breit), weiß und wohlriechend. Die Frucht ähnelt einer Olive und ist etwa 1,5 bis 2,5 cm lang mit einem Durchmesser von 1 bis 1,5 cm. Das gelblichweiße Fruchtfleisch schmeckt bitter-süß.
Inhaltsstoffe und Verwendung
Der Niem enthält über 100 verschieden Inhaltsstoffe – viele davon sind noch nicht chemisch bestimmt. Ein wichtiger Inhaltsstoff aus dem Niemöl ist Azadirachtin. Es kann mittlerweile auch synthetisch gewonnen werden. Es hat Hormon ähnliche Wirkung und hält Schadinsekten fern und hindert ihre Vermehrung. Andere bekannte Inhaltsstoffe sind neben Salannin und Meliantriol, Nimbin und Nimbidin.
Salannin wehrt ebenfalls Insekten ab, vor allem auch Wanderheuschrecken. Nimbin und Nimbidin sind sogar wirksam gegen Viren. Aufgrund dieses Wirkspektrums werden Niem-Produkte als Insektizid und Fungizid eingesetzt.
In Indien findet Niem in der Ayurvedischen Medizin Verwendung. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von Anämie un Bluthochdruck über Schilddrüsenerkrankungen und Verdauungsstörungen bis hin zu Mitteln gegen Kopfläuse. In wissenschaftlichen Studien wurde die Wirksamkeit von Niembaumöl bei Typhus, Hauterkrankunge und Abszessen nachgewiesen. Zur Zeit wird der Einsatz von Niemprodukten bei Malaria getestet. Hausstaubmilben werden mit Niemöl erfolgreich bekämpft, was besonders für Hausstauballergiker von Bedeutung ist.

